Johannes Brahms: „Ein deutsches Requiem“
Mit „Ein deutsches Requiem nach Worten der Heiligen Schrift“ von Johannes Brahms steht eines der großen chorsinfonischen Werke des 19. Jahrhunderts auf dem Programm. Für das Konzert gehen die Marienstiftskantorei Lich und die Kantorei Wetzlar eine Kooperation ein und bringen das Werk gemeinsam zur Aufführung.
Brahms orientierte sich bei seinem Requiem nicht am traditionellen lateinischen Text der katholischen Totenmesse. Stattdessen stellte er selbst Texte aus dem Alten und Neuen Testament in der Fassung der Lutherbibel zusammen. Im Mittelpunkt steht der Trost der Hinterbliebenen. Schon die ersten Worte geben diese Richtung vor: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“
Das Werk besteht in seiner endgültigen Fassung aus sieben Sätzen, die inhaltlich und musikalisch aufeinander bezogen sind. Der erste und der letzte Satz beginnen jeweils mit den Worten „Selig sind“, während „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ das ruhende Zentrum bildet. Die groß angelegten Sätze II und VI stellen Vergänglichkeit und Tod der Hoffnung auf Auferstehung und Überwindung des Todes gegenüber.
Dazwischen entfaltet Brahms unterschiedliche musikalische Ausdrucksformen: von der eindringlichen Bitte „Herr, lehre doch mich“ bis zum persönlichen Trost des fünften Satzes „Ihr habt nun Traurigkeit“. Sopran und Bariton treten dabei nicht mit abgeschlossenen Arien hervor, sondern sind in den musikalischen Zusammenhang eingebunden.
Über weite Strecken steht der Chor im Mittelpunkt. Kraftvolle, groß angelegte Passagen wechseln mit stillen und zurückgenommenen Momenten. So entwickelt Brahms einen musikalischen Bogen, der von Trauer und Vergänglichkeit zu Hoffnung und Zuversicht führt.
Mit „Selig sind die Toten“ kehrt der Schluss zum Ausgangspunkt zurück und greift auch musikalische Elemente des ersten Satzes wieder auf. Das letzte Wort des Requiems ist zugleich sein erstes: „selig“.
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Mitwirkende
Marienstiftskantorei Lich
Kantorei Wetzlar
Kammerphilharmonie Bad Nauheim
Nicole Tamburro, Sopran | Tomi Wendt, Bariton
Christof Becker, Leitung


